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Nachdem wir uns dann irgendwie, jeder auf seine Art und Weise, frisch gemacht haben, beschlossen wir nach Park City zu fahren und eines der Deutschen Häuser zu suchen. Leider konnte uns niemand helfen es zu finden, wir sind durch ganz Park City gefahren und haben viele Polizisten und Olympiahelfer gefragt, aber ergebnislos!!! Also haben wir nach über 2 Stunden resigniert den „Heimweg“ angetreten. Dabei sind wir über Midway gefahren, um Uschi noch viel Glück für das morgige Rennen zu wünschen. Aber hier schon wieder der nächste Reinfall des Tages, Uschi war gerade mit Antje Harvey unterwegs, konnte Kati uns nur sagen. Da die anderen Mädels beim Joggen waren, sind wir also zurück zu unserem Womo gefahren und haben uns dort den Abend vertrieben. Jörg und Dani sind zwischendurch noch mal nach Park City zum Einkaufen gefahren, aber auch das war nicht erfolgreich, denn was sie suchten, bekamen sie nicht!!!! Im Womo wurden dann noch ein paar Bierchen getrunken und wir bekamen Besuch von Uschis Cousin mit Freunden, die auch auf unserem Campground stehen.
Langsam aber sicher machte sich die Nervosität vor dem ersten Wettkampf breit......
Um halb sieben begann für uns der erste olympische Wettkampftag. Nach dem provisorischen Frischmachen fuhren wir zum Shuttle Bus, der uns nach Soldier Hollow bringen sollte. Nach einem verschärften Sicherheitscheck (wie am Flughafen) durften wir in den Pendelbus einsteigen! Angekommen in Soldier Hollow sahen wir ein großes Areal mit Buden, Zelten und Cowboyständen. Die Angestellten dort und das Sicherheitspersonal, welches zahlreich vertreten war, haben uns alle sehr freundlich begrüßt. Nachdem wir uns mit Deutschlandfahnen und Pins eingedeckt und unseren Block gefunden hatten, bauten wir unsere Plakate auf. Dabei gerieten wir noch in eine Diskussion mit dem Stadionpersonal, aber wir konnten uns, dank der Unterstützung von zwei schwedischen Fans, durchsetzen und die Plakate an der hinteren Brüstung der Tribüne aufbauen.
Nicht mehr lang, und wir konnten unseren Mädels beim Anschiessen zuschauen.
Den ersten olympischen Wettkampf, die 15 km, eröffnete Dijana Grudicek aus Slowenien. Mit der 26 ging Andrea und mit der 39 Uschi ins Rennen. Beide blieben Fehlerfrei beim ersten Schiessen, beim zweiten schossen sie einträchtig einen Fehler, blieben Fehlerfrei beim Dritten und lagen die ganze Zeit in Führung. Aber dann kam das letzte Stehendschiessen. Andrea konnte wieder Fehlerfrei bleiben und damit an der Spitze, aber Uschi wurde dieses letzte Schiessen zum Verhängnis, 3 Fehler und wir bekamen die Krise auf der Tribüne!!
Für Uschi war damit das Rennen leider gelaufen, aber Andrea hatte nur noch Liv Grete und Magda zu fürchten. Da die aber auch nicht Fehlerfrei blieben und vor allem Läuferisch nicht gut drauf waren, gelang Andrea das große Kunststück. Sie wurde Olympiasiegerin!!!! Wir haben uns riesig mit Jörg für Andrea gefreut und Jörg ist vor Stolz bald geplatzt! Wir konnten beobachten, wie Andrea es kaum fassen konnte, es geschafft zu haben! Uschi und Katrin nahmen sie spontan auf die Schultern und trugen sie durchs Stadion. Ein tolles Bild!!!!!!
Bei der Blumenzeremonie haben wir lauthals gefeiert! Alle haben uns gratuliert, selbst die Norweger, die vor uns standen und für Liv Grete waren.
Das Männerrennen haben wir unter Strom stehend nur so am Rande mitbekommen, freuten uns aber mächtig über den Sieg von Ole Einar und die Silbermedaille von Frank Luck.
Nachdem auch hier die Blumenzeremonie beendet war, packten wir unsere Sachen und verliessen das Stadion. Auf dem Weg raus hielten uns ganz viele Leute an um uns zu gratulieren.
Auf dem Nachhauseweg gingen wir erst mal noch einkaufen. Dann zogen wir uns um und mussten feststellen, dass wir trotz Schatten im Stadion alle einen Sonnenbrand hatten! Wir beschlossen, noch mal eben zu den Mädels zu fahren, um zu schauen, wie es Uschi geht. Aber leider waren die schon mit Andrea auf dem Weg nach Salt Lake zur Siegerehrung. Die Siegerehrungen können wir uns übrigens nicht anschauen, da man dafür extra Karten braucht, die meistens eh schon ausverkauft sind.
Wir entschieden uns, noch mal nach Salt Lake ins Thüringen Haus zu fahren. Dort gab es erst mal Stärkung in Form einer Bratwurst bzw. eines Rostbrätels. Auf einmal setzten sich zwei Männer zu uns, die gelesen haben, dass wir der UDFC und AHFC sind. Sie stellten sich als Herr Grotthaus und Herr Sorge vom Sportausschuss des Bundestages vor. Wir unterhielten uns eine ganze Weile mit ihnen und zur Krönung luden sie uns mit ins Deutsche Haus in Salt Lake ein. Das nahmen wir natürlich gerne an! Also ging es um kurz nach 20 Uhr durch halb Salt Lake zum Deutschen Haus. Man sollte vielleicht noch anfügen, dass es normalerweise kein Reinkommen für „Normalbürger“ ins Deutsche Haus gibt!!! Dort erlebten wir noch einen tollen Abend. Die Mädels kamen mitsamt Betreuern auch vorbei, außer Uschi, die hatte nach dem anstrengenden Tag verständlicherweise keine Lust mehr. Andrea und Frank wurden noch mal besonders begrüßt und geehrt und wir konnten uns die Zusammenfassung der Rennen von den beiden anschauen. Andrea kam dann noch kurz zu uns und wir konnten ihr gratulieren. Jörg war ganz stolz und ließ sich mit Andrea und Goldmedaille fotografieren. Wir konnten uns mal eine olympische Goldmedaille von ganz nah betrachten!!!
Dann kam noch Silbermedaillengewinner Georg Hackl, der ebenfalls geehrt wurde.
Gegen Mitternacht machten wir uns dann auf den Weg heim und um etwa ein Uhr nachts lagen wir nach einem langen, ereignisreichen Tag in unseren Betten.
Wir möchten uns ganz herzlich bei Herrn Grotthaus und Herrn Sorge bedanken, die uns einen tollen Abend ermöglicht haben!
Nachdem der 12.2. ziemlich ruhig verlief, wir waren bei Uschi im Hotel und in Park City im „Ableger“ des Deutschen Hauses, wo wir auf ein paar Snowboarder ( Heidi Renodt und Co.) trafen, hieß es am 13.2. wieder früh aufstehen, denn die Sprintwettkämpfe waren angesagt.
Um halb neun auf dem Shuttle Parkplatz angekommen ging es wieder durch den Sicherheitscheck und gegen 9 waren wir im Stadion. Auch diesmal konnten wir unsere Plakate nicht ohne Weiteres aufbauen, erst wollte man unsere Stangen nochmals ganz genau betrachten, bis dem zuständigen Sicherheitstypen auffiel, dass wir 2 Tage vorher schon da waren und wir sein OK bekamen. Dann mussten wir sämtliche Werbe- und Firmenschriftzüge auf dem Plakat zukleben, eine nette Stadionaufpasserin half uns dabei und stellte uns extra weisses und schwarzes Klebeband zur Verfügung.
Im Stadion werden jeden Tag VIP- Tickets in Form von kleinen Bällen für die Siegerehrung verlost, so auch am 13. Einer der Stadionsprecher kam zu uns und Dani musste eine ganz schwere Biathlonfrage beantworten: Wie weit sind die Scheiben vom Schiessstand entfernt??? Nach ganz reiflicher Überlegung, die keine Sekunde dauerte, gab Dani die richtige Antwort: 50 m!! Und so hatten wir schon mal 2 VIP-Tickets für Abends! Vor dem Männerrennen fing dann noch jemand aus Oberhof einen Ball, den er uns freundlicherweise schenkte, also brauchten wir noch einen Ball! Im Laufe des Vormittags schnappte dann Britta, ein Mädchen, das zur Zeit als Au Pair in den USA ist und die wir schon am ersten Wettkampftag kennenlernten, einen Ball und weiterhin Sieglinde, eine Frau aus Stuttgart, mit der wir uns schon öfter unterhalten hatten. Beide hatten also noch jeweils einen Platz frei, den sie uns dann zur Verfügung stellten. Jetzt hofften wir natürlich nur noch, dass sich die VIP- Tickets auch rentieren würden!!!
Das Männerrennen ging ja schon mal gut los, der Fisch holte Silber!! Ole Einar gewann und Wolfgang Perner wurde Dritter. Ricco blieb, wie im Einzelrennen nur der 4. Platz.
Langsam stieg wieder die Spannung und Anspannung bei uns. Um uns die Pause bis zum Damenrennen zu verkürzen gingen wir ein bisschen an die Strecke und wärmten uns in der Sonne auf. Übrigens haben wir alle schon mehr oder weni ger Sonnenbrand!!!
Dann ist es endlich so weit, Uschi geht mit Nummer 37 ins Rennen. Wir sahen ein tolles Liegendschiessen: 0!!! Die Laufzeit war klasse, einzige Konkurrentin zu diesem Zeitpunkt ist Kati, die blieb auch 0 im Stehendanschlag. Dann kam Uschi ins Stadion und jeder von uns betete und hoffte auf ein fehlerfreies Stehendschiessen. Wir zitterten bei jedem Schuss mit und dann kam wieder Uschis berühmter letzter Schuss, und wie leider so häufig, verfehlte dieser sein Ziel. 1 Fehler, schade, schade! Aber Uschi war immer noch klasse im Rennen, Kati hatte nach dem Stehendschiessen 26 Sekunden Vorsprung. Im Ziel waren es letztendlich nur noch 15 Sekunden, man mag also gar nicht dran denken, was passiert wäre, wenn Uschi keinen Fehler geschossen hätte!! Aber man muß es so nehmen, wie es kommt! Liv und Magda starteten hinter Uschi, aber auch die beiden blieben nicht Fehlerfrei und waren in der Spur auch nicht so schnell und so passierte es, dass Kati Olympiasiegerin wurde und Uschi eine tolle Silbermedaille gewinnt!!! HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH USCHI!!! Wahnsinns Leistung und irgendwann findet auch der letzte Schuss mal ins Ziel. Bestimmt!!! Bronze gewinnt übrigens Magda, die es schafft ganz knapp vor Livi ins Ziel zu kommen.
Wir freuten uns ganz doll für Uschi, gingen zur Blumenzeremonie in die erste Reihe der Tribüne und jubelten!
Und so haben sich auch die VIP- Tickets für den Abend vollauf gelohnt!!!
Hinterher stellte sich übrigens raus, dass wir gar nicht unbedingt VIP- Tickets gebraucht hätten, da wir auch von Uschi Karten bekommen hätten.
Jetzt mussten wir uns beeilen, denn wir mussten ja nach Salt Lake, da unsere Bälle bis 19 Uhr eingetauscht werden mussten.
Angekommen an unserem Campingplatz, Britta und Sieglinde haben wir mitgenommen, mussten wir erst mal noch mit dem Womo Gas auffüllen, sonst wäre uns nachts nämlich der Hintern eingefroren!
Dann ging es los nach Salt Lake. Von unserem Parkplatz am Thüringen Haus gingen wir in Richtung Ice Center, lösten dort unsere Bälle gegen Karten ein und suchten unsere Plätze. Erfreut stellten wir fest, dass die VIP- Tickets wirklich das versprachen, was sie vorgaben, wir standen GANZ vorne!!! In der 2. Reihe!!! Genial!!! Bevor die Ehrungen anfingen gab es noch etwas Show- Programm , welches teilweise langweilig und teilweise auch super war.
Endlich war es soweit, als erstes wurden die Skispringer geehrt, Simon Amman vor Adam Malysz und Matti Hautamaekki . Dann kamen unsere Biathlon- Kerlchen und wir hörten die norwegische Nationalhymne für Ole Einar.
Und der Höhepunkt des Abends, Siegerehrung über 7,5 km Sprint der Damen! Bronze für Magdalena Forsberg, SILBER für USCHI DISL jubel jubel und Gold für Kati Wilhelm. Bei der Nationalhymne mussten wir uns alle zusammenreissen, es war schon ein toller Moment, einfach einmalig!!! Eine olympische Siegerehrung so ganz nah mitzuerleben ist wirklich ein tolles Erlebnis.
Nach den Mädels kamen dann noch die Alpinen Männer, wo Kjetill Andre Aamodt vor Bowdi Miller und Benjamin Raich gewonnen hat.
Als der offizielle Teil dann vorüber war, machten wir uns auf den Weg ins Deutsche Haus. Das stellte sich mal wieder als Herausforderung dar, weil wir den Weg wieder nicht fanden. Nachdem wir über eine halbe Stunde rumgekutscht sind, haben wir die Highway Patrol gefragt, die uns dann dorthin eskortierte, obwohl die auch nicht genau wussten, wo es lang ging, aber letztendlich haben wir es geschafft!!
Im Deutschen Haus wurden wir sofort freundlich empfangen und zu Uschis Silbermedaille beglückwünscht.
Wir gingen erst mal ans Buffet und liessen es uns schmecken. Dann warteten wir auf die Sportler. Zuerst kam Sven Fischer, der mit viel Applaus begrüßt und kurz interviewt wurde. Dann dauerte es etwas länger, denn unsere Damen waren sehr begehrt an diesem Abend, aber irgendwann kamen auch sie endlich mal. Unter stürmischen Applaus wurden sie empfangen und der Moderator führte ein lustiges Interview mit Uschi und Kati. Danach sang die tolle Gruppe “Rest of the best” noch ein extra Ständchen für Uschi: “Bridge over troubled water”
Danach kam Uschi erstmal zu uns, wir drückten und beglückwünschten sie herzlich. Sämtliche Reporter standen drumrum und fotografierten Uschi und Sepp. Und schon fragte der nächste nach einem Interview, wo Uschi dann auch hinging. Später kam sie dann noch mal zurück und setzte sich zu uns, erzählte was von ihrem anstrengenden, aber schönen Tag und ließ die Medaille rumgehen! Uschi erzählte uns dann noch, dass Kati, mit der sie ja auf einem Zimmer ist, sich bei den Trainern über unseren Besuch bei Uschi vorgestern beschwert hat. Daraufhin beschlossen die Trainer, dass niemand, auch keine Angehörigen, mehr auf die Zimmer der Athleten dürfen. Wir und Uschi finden es nicht in Ordnung, dass Kati nicht den Weg zu uns oder Uschi gefunden hat, sondern es über die Trainer laufen liess.
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